| | | Verleumdung: Bilder implizierten das Ende der Bingoindustrie Der britische Lotto-Anbieter Camelot und seine Werbeagentur AMV BBDO müssen eine provokative Werbung zurückziehen. Nach Ansicht der Aufsichtsbehörde für Werbung (ASA) impliziere der Spot, dass Bingo Clubs und die ganze Industrie im Allgemeinen auf dem absteigenden Ast säßen.
Der Bingo Verband hatte eine Beschwerde über den Spot eingereicht, in der eine Frau auf einem Mofa an einer düsteren Bingo Hall vorbeifährt, deren Türen mit einem Vorhängeschloss verriegelt sind. In dem Spot, mit dem Rubellosen von Camelot beworben werden, verschwindet dieses Bild dann wie „weggerubbelt“, bevor wieder die Frau gezeigt wird, wie sie am Strand auf einem flotteren Vehikel unterwegs ist, Designerklamotten und Schmuck tragend, nachdem Sie per Camelot Scratchcard den großen Gewinn abgestaubt hat. Die Zeitung The Guardian berichtet, dass die Bingo Association sich vor der ASA beschwert habe. Ihr Vorwurf: Der Spot sei sowohl irreführend als auch „verleumdend“, indem er impliziere, dass Bingo-Clubs geschlossen würden und die Industrie langsam abstürbe. Camelots argumentierte, der Clip zeige ein frühmorgendliches Szenario. Morgens seien die meisten Bingo Clubs geschlossen, also sei es möglich, dass die dargestellte Frau einfach Rubbellose gekauft hat, weil ihr Bingo Club noch nicht geöffnet hatte. Das Unternehmen fügte hinzu, das der Bingo Club nur abgeschlossen und nicht im betrieblichen Sinne geschlossen gewesen sei. Es sei beabsichtigt worden, zu zeigen, dass ein Scratchcard-Spieler bei Gewinn sein Leben verbessern könne. Die ASA wies diese Argumentation jedoch zurück mit dem Hinweis, dass eine Tageszeit in der Werbung nicht klar erkennbar sei und dass das Bild eines Vorhängeschlosses und von Ketten, das „gealterte, düstere Aussehen“ der Bingo Hall sowie die von der Frau dargestellte Enttäuschung den Eindruck vermittelt hätten, das jener Bingo Club „dauerhaft geschlossen“ sei.
„Wir fanden ebenso, dass diese Bilder die Schließung von Bingo Clubs insgesamt implizieren und dass die Industrie im Niedergang ist,“ sagte die ASA. „Unsere Schlussfolgerung: Der Spot war irreführend und verleumdet die Bingobranche.“
Die ASA sagte, dass der Spot in seiner gegenwärtigen Form nicht gesendet werden dürfe.
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