Tottenham-Chef: Beendung des Trikotsponsorings "lächerlich" Die Fußball-Industrie brauchte nicht lange, um auf die gewaltige Publicity zu reagieren, verursacht durch eine Stellungnahme des Britischen Sportministers von dieser Woche, der darauf hindeutete, dass Trikotwerbung von Online-Glücksspielanbietern im nächsten Jahr ein zu untersuchendes Thema sei. Nur wenig später berichtete "The Daily Telegraph", dass der Vorsitzende des Fußballclubs Tottenham Hotspurs die Regierungspläne, Untersuchungen darüber zu führen, ob Sponsorenverträge mit Glücksspielfirmen ungesetzlich sein könnten, als "lächerlich" abgewiesen habe. Das ganze begann mit einer Unterhausdebatte, in der Labour-Abgeordneter Ben Campbell die im nächsten Jahr in Kraft tretende Glücksspielreform kritisierte, woraufhin Sportminister Richard Carbon bekannt gab, dass die UK Gambling Commission im nächsten Jahr darüber beraten wolle, ob Clubs, auf deren Trikots Logos von Glücksspielfirmen prangerten, das Gesetz brächen. Es gebe Bedenken darüber, das Sponsorenverträge mit Internet-Glücksspielfirmen wie z.B. Mansion, die Tottenham mit einer Summe von 34 Mio. Pfund spnsort, dafür anfällige Kinder zum Spielen verführen könnten. Levy erwiderte darauf: "Ich finde das lächerlich. Bisher sind bei mir keinerlei Beschwerden darüber eingegangen, dass wir Mansion auf unseren Shirts stehen haben. In diesem Land werden die Lotterien frei im Fernsehen und auf Plakatwänden beworben. Da gibt es keinen Unterschied." "Wir tragen lediglich ihre Marke auf unseren Trikots, und die sind keine Websites, wo man hingeht und gleich Einsätze macht. Letztendlich gehe es ihnen um die Kinder, aber um ehrlich zu sein, ich halte diese Argumentation für sehr dünnspurig." "Kinder kaufen die Trikots nicht, das machen die Eltern und überhaupt - was ist mit der ganzen Alkoholwerbung, die man auf den Plakaten sehen kann? Das ergibt doch alles keinen Sinn." Auf die Frage, ob er es in Betracht ziehen würde, das Mansion Logo von Trikots zu entfernen, wenn es an Kinder unter 16 Jahren verkauft würde, antwortete Levy: "Nein, damit erregt man nur noch mehr Aufsehen auf die Sache. Und wo wollen Sie die Grenze ziehen? Die Kids gehen auf Sport-Webseiten und von dort aus klicken sie sich zu Glücksspielangeboten. Sie können sich überall im Web frei bewegen. Und Betting-Shops sind überall präsent." "Wir werden es zwar nicht ignorieren, aber ich habe mit Mansion gesprochen, und sie haben keinerlei Bedenken, was die Sache angeht." In einer Stellungnahme fügte Tottenham hinzu, dass der Verein nichtsdestotrotz darauf vorbereitet wäre, im Prüfungsprozess zu kooperieren." "Wir verstehen, dass die Premier League in dieser Sache als erstes konsultiert wird und beabsichtigen entsprechend, die Verbindung mit ihnen herzustellen, soweit erforderlich." Neben den Spurs haben auch Blackburn, Middlesbrough und Aston Villa Verträge mit Onlinegaming-Firmen unterzeichnet. Unter der derzeitigen Gesetzgebung ist es für Glücksspielanbieter illegal, Kinder als Zielgruppe ihrer Werbung zu haben, und die Strafen hierfür werden mit dem neuen, im September des nächsten Jahres in Kraft tretenden Gambling Act, noch weiter verschärft. Gestern sagte Caborn: "Es handelt sich hierbei zur Zeit noch um eine Grauzone und die Untersuchung wird das Ziel haben, aufzeigen, ob es erlaubt werden sollte. Es gibt bzgl. Glücksspielen einen Unterschied zwischen Rundfunk- und nicht Rundfunkwerbung. "Die Frage ist, ob bei einer gegebenen Abdeckung von Premiership Fußball im Fernsehen derartiges Trikotsponsoring als Werbung im TV betrachtet werden sollte."
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