Mit einem neuen und aufgeklärteren Zugang zum Onlineglücksspiel drängen die Großen der Industrie herein. Italiens Kehrtwende beim Internetglücksspiel hat die Aufmerksamkeit der großen Firmen der Branche auf sich gezogen, die nun jede für sich um ein Stück aus dem italienischen Kuchen hoffen, der aus rund 17.000 von der Regierung in Kürze auszugebenden Lizenzen bestehen wird. Italien verabschiedete sich im Oktober dieses Jahres von einer agressiv prohibitionären Politik und entschied sich stattdessen für Regulierung und Besteuerung. Damit erschafft der Mittelmeerstaat der Industrie die Möglichkeit, das Vakuum zu füllen, welches durch das amerikanische Verbot von Finanztransaktionen durch den UIEGA verursacht wurde. Die italienische Regierung kündigte an, es werde die 17.000 Lizenzen für Wettläden, Kioske, Casinos sowie Onlinecasinos und Onlinesportbuchmacher versteigern. Aus frühen Berichten geht hervor, dass Bettfair, William Hill und Ladbrokes sich in der ersten Reihe bei der Ergreifung dieser Gelegenheit befinden werden. Das Potential dieses neuen Markts ist jedoch weiterhin Thema von Untersuchungen und Schätzungen. Nilay Patel, Corporate Finance Manager der William Hill Gruppe erklärte in einem Gespräch mit Jackpot UK, bei der Italienischen Entscheidung handle es sich in erster Linie um eine Konvertierung eines illegalen Marktes in einen legalen Markt. "Wir verfügen über keinerlei Fakten, Zahlen oder Informationen, auf Grundlage derer sensible Schätzungen des möglichen Umfangs der Geschäftsmöglichkeiten aufgestellt werden könnten," sagte er. "Bevor wir nicht ein paar Jahre Erfahrung in diesen Märkten haben, können wir wirklich nicht abschätzen, wie sie sich entwickeln werden," fügte er hinzu. Einige der größten britischen Anbieter haben sich offenbar bereits günstige Ausgangspositionen für die kommende Gesetzgebung in Europa gesichert. So betreibt Gala Coral bereits jetzt eine italienischsprachige Seite sowie einen Wettshop in Genua, William Hill ist einem Venture mit der spanischen Firma Codere beigetreten und Ladbrokes ist im August einen Deal mit der italienischen Firma Pianeta Scommesse eingegangen und hat darüber hinaus im letzten Monat drei Wettläden in Turin gekauft. Viele andere Länder wie Griechenland, Irland und die Tschechische Republik betrachten die Entwicklung voruteilsfrei und werden vermutlich ihre eigene Gesetzgebung an die Veränderungen anpassen. Spanien wird Italien folgen, wobei die einzelnen spanischen Regionen dazu autorisiert werden sollen, ihre jeweils eigenen regulativen Strukturen je nach Bedürfnis aufzubauen. Kurzum, Spanien wird Glücksspiele in regulierten Umgebungen erlauben, worin auch Lizenzen für Onlinecasinos mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren eingeschlossen sind. Dies alles wird von der Europäischen Kommission beaufsichtigt, welche die schwierige Aufgabe zu bewältigen hat, sicherzustellen, dass die Veränderungen bei den Glücksspielgesetzen, egal, wie flexibel oder streng sie auch seien mögen, nicht mit einem gesunden Wettbewerb kollidieren. Nach der Rechtssprechung durch den obersten Gerichtshof der EU können die Mitgliedsstaaten zwar bei den privaten Glücksspielbetreibern Kontrollen durchführen, diese dürfen allerdings nicht einzelne Anbieter diskriminieren und müssen "verhältnismäíg und konsistent" sein.
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