IBM präsentiert seine neueste Konsumenteninitiative Der Computergigant IBM lockt mit seiner frechen Konsumenteninitiative mit dem Namen "Second Life" zu seinem Stand auf der International Consumer Electronics Show. Second Life ist eine anmeldepflichtige 3-D Fantasaywelt, die sich gänzlich dem Kapitalismus zuwendet und als Monopoly-Version des 21. Jahrhunderts beschrieben wird, in der erfolgreiche Spieler echte Geldgewinne erzielen können. Mehr als 2,4 Millionen Menschen weltweit haben Avatare in Second Life. IBM kündigte diese Woche Pläne an, nach denen virtuelle Kaufhäuser für Sears Holdings Corp. und Circuit City Stores inc. in der beliebten Online-Welt gebaut werden sollen. Diese Partnerschaften könnten IBM dabei helfen, ihre Beratungsdienste für Firmenkunden zu erweitern, die an der wachsenden Anzahl von Teilnehmern von erlebbaren Onlineumgebungen interessiert sind, welche auch als "3-D Internet" bezeichnet wird, so berichtet Assciated Press. Montag Nachmittag, zu einem Zeitpunkt, zu dem 22.000 Avatare in Second Life eingelockt waren und mittels Instant-Messages soziale Kontakte pflegten oder sich virtuell beispielsweise mit Fliegen, Tanzen, Zocken oder dem Konsum von Videos für Erwachsene ihre Zeit vertrieben, wurde die Nachricht veröffentlicht. Im so genannten Sears Virtual Home prosteten die Architekten von IBM ihren Gästen mit Merlot gefüllten Gläsern zu oder luden dazu ein, sich in einen Sessel zu setzen und in einem virtuellen Heimkino mit einem Flachbildschirm fern zu sehen. Die zugrunde liegende Idee ist dabei, dass man dem Konsumenten dabei helfen möchte, die Kühlschränke, Fernseher, Tischoberflächen, Garagentore, Schränke und andere Produkte in einer dreidimensionalen Umgebeung ansehen zu können. Die Besucher können dabei die Oberflächen der Schränke austauschen, um herauszufinden, welche Kombinationen ihnen am besten gefallen und sie habe die Möglichkeit, Links zu folgen, die auf die Hauptseite von Sear führen, und von wo aus sie dann die Produkte kaufen können. Den Avatare wird es letztlich möglich sein, präzise Raummaße anzugeben und eigene Designvorschläge oder sogar Blaupausen von Küchen, Garagen oder Heimkinos abzugeben. Im Hauptquartier von Circuit City in Second Life konnten Avatare Informationen über Produkte erhalten, die in echten Kaufhäusern gekauft wurden und Sofas und Flachbildschirme so anordnen, wie sie am besten in ihrem realen Wohnzimmer aussehen würden. Ein "digitaler Berater" gab dabei Tipps, ob das Sofa nun vor oder zurück geschoben werden sollte, je nach Größe des Bildschirms. Aber die Initiative von IBM war nicht in allen Punkten eine klare Sache - am Montag waren hunderte von Avataren nackt und kahlköpfig, verursacht durch eine Funktionsstörung in der Software von IBM, die sich daraus ergab, dass so viele Nutzer auf einmal an den Features teilnehmen wollten. Im September warnte der in San Francisco ansässige Betreiber von Second Life Linden Lab, dass eine Sicherheitslücke Mitgliederdaten offen gelegt haben könnte, einschließlich Kreditkartennummern und Passwörtern. Der Leiter der Technologieabteilung von IBM, Irvin Wladawsky-Berger bestätigte, dass sich die Geschäfte in der virtuellen Welt noch in der Experimentierphase befinden.
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